Nach Norden reisend, mache ich Halt in Potosí. Im Geschichtsunterricht, erinnere ich mich, haben wir damals am Beispiel der Silberminen von Potosí die ruecksichtlose und menschenverachtende Art der spanischen Eroberer den Kontinent auf der Suche nach Reichtuemern auszubeuten, besprochen. Was ich lange nicht wusste; noch heute schleppen einige tausend Bolivianer unter erbaermlichsten Arbeitsbedingungen Silber aus dem "Cerro Rico" ans Tageslicht. In dem hunderte Kilometer langen Kriechtunnelnetzwerk des Berges wurden zu Kolonialzeiten millionenfach Zwangsarbeiter hingerichtet, die Lebenserwartung der armen Teufel, die heute von der
Corporacion Minera de Bolivia "bezahlt" werden, kann nur unwesentlich beser sein. Gringofeeling pur, wenn man zwischen schuftenden Halbskeletten mit den Backen voller Koka entlangflaniert und das dann Erfahrung machen nennt.

Bienvenidos. Heute schon gestorben?
Das im unteren rechten Bildrand mit "SI" beworbene Referendum ueber seine Praesidentschaft und eine irgendwie geartete Verfassungsaenderung ueber den Privat- und landbesitz hat Evo Morales uebrigens juengst gewonnen.

Das ist der Tunnel, den wir besuchen.

Mit drei Cordobeses und einem Amerikaner machen wir uns auf, ein wenig schlechte Luft zu schnappen.

100% handmade.
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