Montag, 8. Dezember 2008

¡PROTESTO!

SEPA DISCULPARNOS,
LOS PRODUCTORES DE SANTA ROSA ESTAMOS DEFENDIENDO NUESTRO TRABAJO, NO ADMITIMOS QUE NUESTROS PRODUCTOS NO TENGAN VALOR, ESTAMOS TIRANDO NUESTRA PRODUCCION, NOS ENGAÑAN CON CREDITOS Y SUBSIDIOS INALCANZABLES PARA LOS PEQUEÑOS PRODUCTORES. SEÑOR GOBERNADOR, MINISTRO DE AGRICULTURA Y DEMAS AUTORIDADES. USTEDES NO OYEN A SANTA ROSA? NO SE OLVIDEN LOS SANTAROSINOS TAMBIEN PODEMOS. ESTAMOS LUCHANDO POR NUESTRO FUTURO PARA QUE LA DORMIDA SIGA SIENDO CAPITAL DE LA CUECA Y EL DURAZNO.




Brennende Reifenstapel am Strassenrand kuendigten bereits von Weitem den Protest der Bauern von La Dormida an. Mit einer Strassensperre machte man sich seiner Veraergerung Luft. Nachdem wir die Protestnote (s.o.) zur Kenntnis genommen hatten, gaben wir gerne unsere vergleichsweise internationalen Unterschriften (der LKW-Fahrer stammte aus Sao Paolo) unter die Petition der Bauern. Von den vielen, vielen wartenden LKW-Fahrern liess sich niemand aus der Ruhe bringen.
Im Uebrigen erscheinen mir die Argentinier generell als sehr protestfreudig, die in der Verantwortung stehende Politik entsprechend mit allen Wassern gewaschen. Veranstaltungen dieser Art sind mit Nichten eine Seltenheit und locken - so befremdlich es klingt - kaum einen aus der Reserve.

LAS SIERRAS QUIJADAS - UND EIN BEKENNTNIS ZUM DIEBSTAHL

Tatsaechlich war es Paula und mir gelungen uns ohne Probleme in San Luis aufzuspueren. Man arrangiert am besten ein Treffen nicht vor der Hauptkirche sondern an der Plaza principal. Paula und ich hatten vor, den nahe San Luis gelegenen Nationalpark "Sierras de las Quijadas" ein wenig zu bewandern. Wir brachen also auf, doch die Widrigkeiten liessen nicht lange auf sich warten: Abgesehen davon, dass wir uns mit der Begehbarkeit dieses doch recht unwegsamen Gelaendes boes verkalkuliert hatten und die geplante Wanderung irgendwie verkuerzt werden musste, fingen wir an, uns nachhaltig ueber die Dreistigkeit zu aergern, mit der man versuchte, uns an allen Ecken und Enden Geld aus der Tasche zu ziehen. Dass unsere Anerkennung als Studenten (immerhin waren und sind wir in RioIV immatrikuliert) letztlich an Treibstoffmangel fuer den Generator scheiterte und zur Folge hatte, dass wir statt 4 satte 40 Pesos Eintritt zahlen sollten, brachte das Fass dann irgendwie zum ueberlaufen. Wir waren schlecht gelaunt - und das sollte Folgen haben...!

Zunaechst einmal aber kraxelten wir durch die Sierras wo unserer teuflischer Plan in Form unserer immer trockener werdender Kehlen Gestalt annahm.


Was fuern ein herrlicher Tag fuer ... eine Flasche Wasser!? Das kann auf Dauer nicht die Loesung sein, um der Erbarmungslosigkeit der Sonne zu begegnen.


Irgendwo hier wird es gewesen sein, dass uns der Gedanke kam, dass sich solcher Hitze viel besser mit kaltem Bier als mit warmem Wasser begegnen laesst.


Paula und ich waren an diesem Tag uebrigens annaehrend die einizigen, die den Nationalpark besuchten; die Parkranger und Fuehrer waren aufgrund unserer Halsstarrigkeit, mit der wir keine Fuehrung wollten, zum Dauemchen drehen verurteilt und suchten wohl irgendwann im Laufe des Nachmittags das Weite.


Dies bedeutete nun; freie Bahn zum Entern des Comedor! Am Rande des Parks gelegen befand sich also diese kleine Bude, die an guten Tagen sicherlich vor Geschaeftigkeit brummt, als wir am Abend wieder eintrafen jedoch verweist vorlag. Legte man sein Ohr an die Aussenwand, konnte man den Kuehlschrank foermlich summen hoeren... In der festen Ueberzeugung um 36 Pesos betrogen worden zu sein, gelang es uns nun, ohne auch nur im Mindesten auf die Gebauedeintegritaet einwirken zu muessen, bis zum Kuehlschrank vorzudringen! Damit war das Schicksal der verbleibenden Bierreserven (wie auch unseres Abends) besiegelt. Wie wir es nach all dem Bier geschafft haben uns auch noch an den Fleischreserven zu vergreifen, bleibt mir ein Raetsel; die Genugtuung jedoch, das unendlich schoene Gefuehl, Bier und Fleisch zu klauen und sich dabei noch im Recht zu fuehlen - das war jeden Kater wert, den wir uns einhandelten. Der Orion zwinkerte uns zum Schlafengehen listig zu, mit unendlicher Disziplin stellten wir den Wecker auf das Morgengrauen und erreichten vor jedem Parkranger am folgenden Morgen die Ueberlandstrasse, von wo aus wir den naechsten Laster zurueck nach San Luis anhielten.



Dies also, der Ort des Geschehens.

Sonntag, 7. Dezember 2008

TREFFEN MIT LILLI IN SAN JUAN

Wenn ich das naechste Mal am Nordpol auf Fahrt gehe, dann treffe ich da garantiert auch meine Lilli. Das laesst sich bestimmt koordinieren; bis jetzt hat es ja noch immer und ueberall geklappt. Erste Etappe auf dem Weg nach Sueden wurde nun also San Juan. Der Blick auf die Karte verraet, dass die Lilli eine wirklich gute Partie sein muss; man kann von RioIV auch ... "direkter" gen Sueden reisen!



Den taeglichen Leiden und unermesslichen Strapazen des aufwendigen Studiums entkommen war nun Zeit fuer tranquilidad. Champagner unterm Berg, und Mate aufm Berg. Von der "Fuehrung" durch die Champagnerie von Zonda (es gab da halt jemanden, der das Tor aufgesperrt hat und am Ende die Glaeser eingeschenkt hat...) erinnere ich, dass es neben der ebendieser wohl nur zwei weitere unterirdische, oder irgendwie in den Berg geschaufelte Champangerien gibt; eine in Oesterreich und eine weitere in Nimmernimmerland. Ausserdem war der Tunnel urspruenglich auch als Tunnel gedacht gewesen, bis man dann feststellte, dass der Bedarf wohl doch nicht gegeben ist.

Champagner...vielleicht ein bischen zu viel des Guten. Ein Mate (Mercedes trinkt) hat noch nie geschadet. Dazu gibt es natuerlich galletitas ("Kekschen").


Die Landschaft, die man im Hintergrund sehen kann, nennt sich uebrigens Precordillera und ist so eine Art Andenvorland. Ein bischen bergig, aber noch ueberschaubar. Sehr nett und dazwischen mit jeder Menge Platz fuer Weintrauben.



Mittwoch, 26. November 2008

¡ADIOS, RIO CUARTO!

Was fuer ein Stueck Glueck. Nach mehrfach gescheiterten Anlauefen in den vergangenen Tagen, ist es Matheus, Mariela und mir zu guter Letzt doch noch geglueckt, den Pferden lebewohl zu sagen und die Altbrotreserven "an den Mann" zu bringen. Geholfen hat uns hierbei wirklich nur der Zufall: Wann immer wir in den letzten Tagen versucht haben, auf die Weide zu gehen, folgte uns unsere geschaetzte Hundemeute. Leider haben die Trottel immer genau auf der Weide ihre laengst verloren geglaubten Jagdtriebe wieder entdeckt...so laesst sich auch dem geduldigsten Pferd kein Altbrot hinhalten! Eine spannende "Pointe", wie wir die Hunde vielleicht ausgetrickst haetten, entfaellt (zumal wir auch wirklich schon alles versucht hatten...). Der Geschichte unspektakulaeres Ende ist, dass unser Hunderudel einfach genau rechtzeitig einmal ausgeflogen war. Vielleicht mussten sie sich ja darueber ausheulen, dass ihr grosser Goenner, der stadtweit bekannte Asador Adrian nach Katamarca abgereist war.



Matheus, ja, genau: Daumen hoch!


Mariela, una de las dos vecinas divinas.

Mittwoch, 12. November 2008

BUENOS AIRES

Auf dem Rueckweg aus Uruguay kamen wir in Buenos Aires vorbei und Mariella und ich haben dort einen Zwischenstop eingelegt.


Das ist nicht die argentinische Zweigstelle der Wolfsschanze sondern die - jaaha - juristische Fakultaet von Buenos Aires, die von Innen tatsaechlich so brachialgigantisch ist, wie von Aussen. Wir haben dort sogar einen Kongress ueber Rechtsvergleiche im Umweltrecht einzelner suedamerikanischer Staaten besucht. Zu unserer Entschuldigung ist lediglich hervorzubringen, dass wir das wirklich nicht wussten und Mariella ganz scharf auf das Teilnahmezertifikat war, was ihr an ihrer peruanischen Uni (sehr, sehr sonderbar...) eine ganze Klausur ersetzt.


Keine Ahnung mehr, wo das ist.


Irgendwo in San Telmo.


Nun. Das ist die Nueve de julio, soweit ich weiss die breiteste Strasse der Welt. Und wir mitten drauf.


Tja, die schoenen Stunden am Strand waren gezaehlt, Zeltaufschlagen auf der Nueve de Julio kommt halt nicht so gut, und so mussten Mariella und ich schweren Herzens eine Jugendherberge (irgendwo in dieser Strasse, ich weiss schon nicht mehr so genau, wo) beziehen. Das dortige Publikum aus asozialen Weltreisenden und Backpackern (oder wie auch immer man die Penner jetzt schreibt) ist echt zum Kotzen. Irgendjemand hatte mich auch schon vor diesen "Lonely-Planet-Spastis" gewarnt, ... aber dass es so hart sein wuerde....

ZWANGSURLAUB IN URUGAY

Zwangsurlaub. Klingt doch reichlich befremdlich, oder? So jedenfalls haben wir unseren Ausflug nach Uruguay betitelt. Das hat folgende Bewandnis: Um sich Geld, jede Menge Papierkram und nerviges Stressgequatsche mit schwabbeligen Beamten zwecks Auftreibens eines zum laengeren Aufenthalt berechtigenden Studentenvisums zu ersparen, kann man auch einfach als stinkender Tourist einreisen und somit die nach 90 Tagen obligate Zwangsaus- und wiedereinreise auf sich nehmen. Wir machten (natuerlich) aus der Not eine Tugend und hatten so die Gelegenheit, das ueberaus entspannte Urugauy mit den ueberaus entspannten Uruguayos ein wenig zu bereisen. Man trinkt dort uebrigens noch mehr Mate als in Argentinien.


Die Mole des Hafens ist dicht an dicht mit Anglern besiedelt, wie man hier nicht sieht. Was man hingegen sehen kann, ist dass sich andere Faulenzer nicht zu schade sind, wertvollen Platz fuer wertlose Fotos zu verschwenden...Touristen eben.


Dies ist wohl so eine Art Wahrzeichen von Montevideo (uebrigens die Hauptstadt von Uruguay), die wir dann auch noch besucht haben. Ich glaube, da sind Wohnungen (bestimmt nicht ganz billig) drin.


Ein Spaziergang an den Steg von Colonia.


Mariella leistet hier einem Urugayo tatkraeftige Hilfe beim Angeln. Er hat uebrigens kleine Fische geangelt (ist ja auch logisch, so nahe am Ufer), um dann mit den kleinen Fischen als Koeder wiederum dickere Brocken an Land zu ziehen. Ganz schoen ausgebuffter Bursche.


Aufgrund der drueckenden Hitze haben wir uns zum Fruehstueck (so gut es eben ging) in den Schatten verkrochen. Mate muss aber trotzdem sein. Wenn ich an meine Sippenkohte denke...ziemlicher Saustall hier, aber, was will man machen.


Von Colonia aus betrachtet, die Strandlandschaft der Rio de la Plata Kueste des suedlichen Uruguay.


Zwei Naechte verbrachten wir dann an diesem Strand den wir fuer sandiger, strandiger und irgendwie angemessener erachteten.


Der Faehrverkehr vom anderen Ufer aus betrachtet. Dieses Bild zeigt gleichzeitig auch unseren ersten Schlafplatz, der (im Bild nicht zu erkennen) direkt unter den Toren im Schatten der Stadt von Colonia liegt.


Hier das Abschiedsbild von Buenos Aires. Fuer die Einreise nach Uruguay ueberquert man (von Sueden kommend) am geschicktesten den Rio de la Plata, was sich von Buenos Aires aus mit den fast mehr oder weniger ablegenden Faehren sehr gut bewerkstelligen laesst. War aber nicht gany billig der Spass.

CHE!


NOCTAMBULOS - NIGHT OWLS

Hier in Argentinien ist man ja vorzugsweise nachtaktiv. Hier also aus dem Leben der Nachtschwaermer von Rio Cuarto. Uebrigens ist mein Versuch die kleine Eule, die wirklich hin und wieder Nachts ueber unserem Quartier rumflattert, zu fotografieren, gnadenlos in die Hose gegangen.


Ghimenna, Silvana y yo.


Talys y Leonie.
Die beiden stehen uebrigens auf unserer Buehne (eigentlich die Tribuene des Rugbyfeldes der Uni) von der aus wir den Hunden ein echtes Borracho-Konzert gegeben haben. Die Tragik dabei: Das einzige Lied, von dem wir nationenuebergreifend (Brasilien, Argentinien, Deutschland, Peru) mehr als eine Zeile zusammensingen konnten war "My Heart Will Go On" von Celine Dingsbums. Wenn er nicht gekachelt waer, wuerde ich mich jetzt nach besten Kraeften in den Boden schaemen.


Los perros frente del auto de Pajarito.

ASADO

Nun, das mit wichtigste und erste was man kennenlernen muss ist natuerlich das "Asado", die - um es auf den Punkt zu bringen - hier uebliche Grillorgie. Wenn alle satt sind (und das ist immer der Fall) und es allen geschmeckt hat (auch das ist immer der Fall) bekommt der "Asador", also der Asado-Macher einen Applaus. Man braucht fuer ein anstaendiges Asado a) Rind b) einen Rost c) Feuerholz d) Fernet e) Gancia und f ) gute Gesellschaft.



Selbst fuer unsere Hunde hat das Asado mit der Guardia, den Uni-Nachtwaechtern, dicke gereicht. Neben der Tatsache, dass alle praechtig vollgegessen (-gefressen) sind, ist dieses Foto auch ein netter Hinweis darauf, dass naechtliche Aktivitaeten (zum Beispiel Asados) in Argentinien vor Sonnenaufgang kein Ende finden. Und dann ist es ja auch schon warm genug, um auf dem Dach zu schlafen.



Das sieht dann schon besser aus. Ueberhaupt, es gibt hier die aberwitzigsten Fleischsorten.



Die Grundzutat - roh, unzubereitet und noch haarig.

Die U.N.R.C. - Rio Cuarto und Umgebung

Hier zu sehen sind einige Bilder von der Universitaet Rio Cuarto und den nahebei gelegenen Sierras, im wesentlichen die Sierras von Alpa Coral. Sozusagen als zum Gegenteil missbrauchte Ouverture hier also Landschaftsbilder und anderes Langweiliges Gedoens.


Diesem Fluss folgend haben Paula und ich die Sierras um Alpa Coral erkundet.


Die Umgebung von Alpa Coral. Schade, dass ich vergessen habe, die vielen Rindviecher zu fotografieren, die dort vor sich hinkraxeln.


Dieses Bild zeigt einen (immer noch schwer schuftenden) Laster aelteren Semesters in Alpa Coral, einem Dorf in den nahe gelegenen Sierras. Mehrmals taeglich kreuzt diese Strassen uebrigens ein Artgenosse dieses Lasters um der ungeheuren Staubigkeit mit Strassenwaessern zu begegnen.


Dies ist also der Rio Cuarto, der "vierte Fluss", dem diese Stadt ihren Namen verdankt. Vorne im Bild einer unserer Mitbewohner; nomen nescio. Ganz nebenbei bemerkt tauescht dieses Foto schon fast darueber hinweg, dass der Rio IV ausgesprochen haesslich ist. Ich glaube, der fuehrt mehr Muell als Wasser mit sich.


Dies ist der Ausblick von dem Dach meiner Residencia. Im Hintergrund zu sehen sind Peru und Brasil, die Behausungen anderer nicht-einheimischer Studenten...


Das sind die sog. Residencias in denen wir sehr bequem (direkt auf dem Campus) wohnen.Im Erdgeschoss, wo ich wohne, ist es sogar angenehm kuehl.